BankenDürenKommunalpolitikVerschuldung

Das Sparkassenmärchen zu Düren

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Sparkassenkunden

In den letzten Jahren haben Sie sicher zwei Dinge bis zum Verdruss gehört:

  • die bösen Privatbanken verzocken unser Geld (und da ist viel Wahres dran).
  • die Sparkassen hingegen sind ein Hort der Stabilität.

Leider sieht auch bei den Sparkassen die Realität anders aus. Stichwort Westdeutsche Landesbank Düsseldorf, besser bekannt unter dem Kürzel WestLB. Die Sparkasse Düren hat im Verein mit der (2012 zerschlagenen) WestLB über Jahrzehnte ihr Spargeld durch unseriöse Geschäfte vernichten hat lassen. Die Sparkassenvorstände, die als Anteilseigner Stimme im Verwaltungsrat der WestLB hatten, besaßen offenbar nicht das Rückgrat, dem Spiel von Neuber, Rau, Fischer und Konsorten die Stirn zu bieten. Mehrfach hat die Sparkasse Düren zweistellige Millionenbeträge zur Verlustabdeckung nach Düsseldorf überweisen müssen. Dieses Phänomen gilt übrigens für die meisten Sparkassen im Lande.

Und wer hat das finanziert? Sie, liebe treue Sparkassenkunden. Sie haben sich mit kaum wahrnehmbare Sparbuchzinsen auf ihre Einlagen zufrieden gegeben, aber dafür hohe Dispo-Zinsen gezahlt.

Aber das ist leider och nicht alles: Stellen Sie sich vor, Sie sind Vorstandschef eines maroden Unternehmens. Werden Ihnen die Banken Geld leihen? Normalerweise nicht. Es sei denn, Sie sind in der glücklichen Lage, gleichzeitig Aufsichtsratschef einer Bank zu sein und den Vorstand dieser Bank dazu zwingen zu können. Und genau das passiert in Stadt und Kreis Düren. Beide sind marode: Seit Jahren wird mehr Geld ausgegeben als über Steuern und Zuweisungen eingenommen. Die Masse der Ausgaben fließt in Pflichtaufgaben (insbesondere Sozialhilfe), aber ein Großteil auch in diverse Späße wie das Spaßbad in Kreuzau. Finanziert bzw. ausgeglichen werden diese Fehlbeträge in den Haushalten über sogenannte Kassenkredite. Und wer vergibt die? Die Sparkasse Düren natürlich. Ihr bleibt keine andere Wahl, denn die Oberhäupter von Stadt und Kreis sind gleichzeitig auch die Chefs der Sparkassenvorstände.

Kassenkredite sollten eigentlich in kurzer Frist zurückgezahlt werden. Die Fakten sind jedoch seit Jahren andere. Vielleicht sollten Sie jetzt die Augen zumachen. Aber dann können Sie ja die Story nicht weiterlesen. Also jetzt zu den Fakten.

Die öffentliche Hand, also Stadt, Kreis, öffentliche Betriebe etc. schulden der Sparkasse Düren mittlerweile mehr als 600 Millionen Euro. Der Löwenanteil davon geht auf das Konto der Stadt und des Kreises. Ein hoch gefährliches Klumpenrisko auf der Aktivseite der Sparkassenbilanz, deren Bilanzsumme bei über 3000 Millionen liegt. Sie haben es richtig erkannt, verehrte Leser: in den nächsten 25 Jahren wird die öffentliche Hand nicht in der Lage sein, ihre Schulden an die Sparkasse Düren zurückzuzahlen.

Für den klugen Leser taucht jetzt die Frage auf, woher die Sparkasse Düren das viele Geld zum Ausleihen hat: Natürlich von Ihnen, liebe Sparkassenkunden. Und welchen Zins bekommen Sie für Ihre riskante Geldbereitstellung? Ich glaube, es lohnt sich nicht mehr, den Zinssatz in den Mund zu nehmen. Es liefe einem die kalte Enteignung über den Rücken. Ein ganz klein wenig über diesem ihrem mickrigen Zins verleiht die Sparkasse Düren ihr Geld weiter an die öffentliche Hand, etwa zu 0,5%. Ja, Sie haben es schon gemerkt, Sie subventionieren den finanziellen Murks ihrer Kommunalpolitiker. Wenn Sie allerdings einmal ihr Girokonto überziehen, zahlen Sie nicht 0,5%, sondern bis zu 14% Dispozinsen.

Was bedeutet dies nun alles? Man könnte doch wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Sie, liebe Sparkassenkunden, Ihre Kommune verdeckt über ihre Spareinlagen mit billigem Geld versorgen (neben Ihrer Einkommenssteuer, Grundsteuer usw., welche Sie ohnehin schon zahlen). Sollte so etwas nicht einmal deutlich bei der Jahrespressekonferenz der Dürener Sparkasse von den Vorständen angesprochen werden?

Die Vorstände der Sparkasse werden Ihnen natürlich sagen, dass Kommunen per Gesetz nicht insolvenzfähig sind und daher nicht ausfallen können. Und dass alle Restrisiken irgendwie von Frau Kraft und Frau Merkel abgedeckt würden. Glauben Sie keine Silbe. Schauen auf den Schuldenschnitt in Griechenland, die Enteignung von Bankkonten in Zypern, die katastrophale Überschuldung in Europa, die Risikoübernahmen Deutschland für Europa und die immensen Schulden in Deutschland, deren Aufzählungen hier den Rahmen sprengen würde.

Übrigens, die Dürener Nachrichten schrieben am 13. August 2013, dass der Sparkassenvorstand, (damals allerdings noch in alter Sprecherbesetzung) nicht mehr bereit sei, weitere Kassenkredite zur Verfügung zu stellen. Gehört hat man darüber nichts mehr. Haben solche Überlegungen etwa den alten Sprecher des Vorstandes der Sparkasse Düren den Kopf gekostet? Auf jeden Fall wird eines deutlich. Der Sparkasse Düren ist die Entwicklung der Kassenkredite wohl auch nicht mehr geheuer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.