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Bernd Essler: Die Illusionen des EZB-Banken-Stresstests

Bernd_Essler_h200von Bernd Essler,
stellv. Leiter des Landesfachausschusses Euro und Banken der AfD NRW.
Zudem stellvertretender Sprecher des Kreisverbands Düren der Alternative für Deutschland, und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Stadtrat Düren.

Zu diesem Beitrag existiert eine ausführliche Darstellung als PDF (164 KB) .

Was als Ergebnis des sogenannten „Banken-Stresstests“ von der EZB publiziert wird, ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Hier sind Gaukler am Werke. 

Die Kriterien für den „Stresstest“ sind irreal. Der Test unterstellt den Fall eines Konjunkturrückgangs in der EU um 2,1 Prozent. In der Finanzkrise brach die Konjunktur jedoch um 4,5 Prozent ein.

Wesentliches Manko des Tests ist, dass wichtige Bereiche des Bankgeschäftes gar nicht  in die Betrachtung einbezogen wurden und also auch nicht bewertet wurden, unter anderem nämlich

  • Derivate für Zinsen, Währungen, Anleihen.
  • Eventualverbindlichkeiten für Beteiligungsgesellschaften mit den dorthin ausgelagerten Geschäften (Bürgschaften, Garantien).
  • Termingeschäfte jedweder Art.

Diese Liste lässt sich verlängern.

Mit anderen Worten: Man hat einen Kriterien-Katalog gebastelt, der mit der Realität nichts zu tun hat, im Ergebnis niemanden weh tut und den Anschein erweckt, man habe etwas Wirksames unternommen.

Doch Gewinner gibt es schon jetzt. Das sind die sogenannten FAT FOUR, die großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die für diese Show Millionen-Erlöse kassiert haben.

Einen Schutzschirm gegen Banken-Krisen kann man nur aufbauen, wenn man die Kapitalunterlegung der Banken einer vollständigen Reform unterzieht, das Berichtswesen vollständig ändert und die Finanzaufsicht mit gut bezahlten Experten ausstattet, anstatt dort mäßig bezahlte Beamten zu beschäftigen, denen der Sachverstand aus dem praktischen Bankgeschäft fehlt.  Aber der  ist wohl nicht erwünscht, denn wenn die Wahrheit ans Licht käme, würde auch das Versagen der Politik offenkundig.

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