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Umbau Vogelsang: Finanzielles Desaster droht

Walter Peters, Mitglied des Kreistags Düren, kommentiert den Artikel Umbau Vogelsang: Finanzielles Desaster droht der Dürener Zeitung vom 1. Dezember 2014 (Bezahlinhalt. Einen Überblick über die Situation gibt auch ein frei zugänglicher Artikel des Kölner Stadtanzeigers vom 26.11.2014):

 

Man wäre fast geneigt, laut loszulachen, wenn es nicht derart traurig, ja skandalös wäre (obwohl wir ja bereits einiges von den verantwortlichen Altparteien gewohnt sind): Der Eröffnungstermin des Desasters „Internationaler Platz vogelsang ip“ wird immer weiter nach hinten verschoben, der Bauumfang wurde reduziert und das Geld reicht trotzdem nicht.  Jetzt wird „ganz plötzlich” bei einem „Kassensturz” festgestellt dass 3 Millionen € (!!!) fehlen, für die die beteiligten Kreise und ihre „Regierungen” jetzt vermutlich mit je 300.000€ geradestehen müssen (was aber natürlich dann der Bürger bezahlen wird). Der verantwortliche Geschäftsführer ist angesichts der drohenden Insolvenz „nicht entspannt”, der verantwortliche Landrat des Kreises Euskirchen „vermisst den Sparwillen” und der Landrat des Kreises Düren ist „über die Plötzlichkeit des Geldbedarfes irritiert” – was muss eigentlich noch passieren, bis die Verantwortlichen wirklich Verantwortung übernehmen? Und das alles vor dem Hintergrund, dass Kreise und viele Kommunen praktisch längst „pleite” sind!

Wir im Kreis Düren brauchen kein Stuttgart 21, keinen Flughafen BER, Nürburgring oder eine Elbphilharmonie – wir haben reichlich eigene Skandale: Burg Vogelsang, Stadthalle Düren, Stadtwerke Düren, RWE-Beteiligung, um nur die bekanntesten zu nennen. Wann werden die Bürger endlich wach und strafen diesen unsäglichen Politfilz in der Kommunalpolitik ab? Wann wird endlich Sachkunde und Fachkompetenz statt Parteibuch und Fraktionszwang zur Voraussetzung für die entsprechenden Positionen in den Ausschüssen der Kreise und Kommunen?

Ich selbst bin seit April 2013 politisch tätig, seit gut einem halben Jahr Mitglied im Kreistag Düren und teilweise sprachlos über die parteipolitischen Machenschaften selbst hier in der tiefen Provinz. Ich mag mir nicht einmal ausmalen, was da auf Landes-, Bundes- oder gar europäischer Ebene gang und gäbe ist!

Jeder Unternehmer haftet mit seinem Vermögen, seiner Existenz und der seiner Angestellten für seine Entscheidungen. Daher wird das dort auch im Allgemeinen gut überlegt. Und genau das vermisse ich hier: Was war das Motiv hinter dem Projekt Burg Vogelsang? Kein Mensch handelt ohne Motiv. Was also wollten die verantwortlichen Täter hier wirklich erreichen? Welche persönlichen Gründe sprachen für ein Projekt, das praktisch von vorneherein zum finanziellen Desaster werden musste? Wo ist die vernünftige, bürgerlich bodenständige Verantwortlichkeit, die solche Prestigebauten zuverlässig verhindern würde? Wer selbst und persönlich haftet, denkt mehr nach und riskiert weniger! Man frage jeden mittelständischen Unternehmer, Privathaushalt und Bürger!

Liegt es nur daran, dass man nicht mit eigenem Geld hantiert? Will man sich ein Denkmal für die Nachwelt setzen? Oder hat man gar konkret persönliche Vorteile, die man sich in undurchsichtigen, mehrheitlichen Entscheidungs- und Vergabeverfahren durch seine Mehrheitsfraktion absegnen lässt? Die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Düren machen sich hoffentlich ein eigenes Bild dieser Vorgänge!

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