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Bernd Essler: Persönlicher Kommentar zum Wahlparteitag in Essen

Bernd_Essler_h200Dies ist ein persönlicher Kommentar von Bernd Essler, stellv. Sprecher des AfD-Kreisverbands Düren, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Stadtrat von Düren, und Kandidat der Alternative für Deutschland  für die Bürgermeisterwahlen in Düren am 13. September 2015. Er gibt weder die kollektive Meinung des Dürener AfD-Kreisvorstands noch der Dürener AfD-Stadtratsfraktion wieder.

In Essen hat ein Führungswechsel stattgefunden, der in unserer Partei ein Erdbeben ausgelöst hat, aber gleichwohl selbstverständlich sein sollte. Auf Landesebene hat dies bereits früher stattgefunden. Von den „alten Vorstandsmitgliedern“ sind nur noch zwei wiedergewählt worden (teilweise auch deshalb, weil nicht alle “alten Mitglieder” erneut kandidiert haben), nämlich Frau Petry als neue Sprecherin und Herr Gauland.

Positiv muss man anmerken, dass dies der größte jemals in der Bundesrepublik Deutschland nach dem II. Weltkrieg abgehaltene Parteitag war mit mehr als 3500 Teilnehmern. Trotz der Hitze und trotz der großen organisatorischen Anforderungen verlief der Parteitag geordnet und diszipliniert, aber nicht immer so, wie ich es mir persönlich gewünscht hätte. Bernd Lucke abzuwählen geht in Ordnung. So sind nun mal die demokratischen Spielregeln. Ich hätte mir nur mehr Respekt vor seiner Person und seinen persönlichen Leistungen für diese Partei gewünscht. Daran hat es gefehlt und das ist teilweise auch der vorausgegangenen Polarisierung zu verdanken, die diesem Parteitag vorausging und an der er kräftig mitgearbeitet hat. Der „Weckruf“ war überflüssig. Eine Partei ist kein Privateigentum und Parteimitglieder brauchen keinen Messias, sondern sind mündige und politisch denkende Mitbürger, die genau wissen, was sie wollen und wem sie vertrauen.

Beide Lager haben eine gemeinsame politische Basis, die uns zusammengeführt. Diese Gemeinsamkeit gilt es jetzt weiter zu entwickeln.

In der Presse ist davon die Rede, dass nun viele seiner Anhänger aus Enttäuschung über das Wahlergebnis die Partei verlassen wollen und Bernd Lucke die Absicht hegen soll, eine neue Partei zu gründen, also eine „Lucke-AfD“. Wie sollte denn der politische Inhalt einer solchen Partei aussehen und wie sollte er sich vom Original unterscheiden? Und wie sollte man dies dann auch noch dem Wähler erklären? Und dann kommt die noch viele spannendere Frage. Wer soll dies denn in die Tat umsetzen, bundesweit bis auf Kreisbasis? Dazu fehlen die finanziellen Mittel, eine ausreichende Zahl von Leuten, die nötige Energie und Leidensfähigkeit, dies erfolgreiche umzusetzen. Ja, wir werden durch diesen Vorgang Mitglieder verlieren, je nach Kreisverband unterschiedlich viele und auch den einen oder anderen Funktionsträger. Das ist sehr bedauerlich. Aber niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass er woanders eine neue Heimstatt finden wird, die seinen persönlichen Idealvorstellungen auf Dauer entsprechen wird.

Jeder, der mit Entwicklungen in seiner Partei nicht zufrieden ist, ist aufgerufen, sich persönlich zu engagieren und sich dafür einzusetzen, dass seine Ideen umgesetzt werden. Er muss sich daran gewöhnen, dass man sich Mehrheiten in der Partei beschaffen muss. Wenn Bernd Lucke gehen sollte, dann wohl deshalb, weil er erkannt hat, dass seine Vorstellungen und sein Führungsstil der Mehrheit der Parteimitglieder nicht mehr gefällt. Politische Ideen kann man nicht dadurch umsetzen, dass man eine Partei verlässt, sondern nur dadurch, dass man innerhalb einer Partei mitarbeitet und die eigenen Ideen zum Erfolg führt, in dem man andere überzeugt.

Eine Lucke-AfD ist deshalb von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Düren, den 6. Juli 2015

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