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AfD Quo Vadis? Immer nach vorn!

Unter dem Titel “AfD Quo Vadis?” fand am 28.7.15 bereits zum wiederholten Mal in Bonn eine Veranstaltung statt, bei welcher nach dem bewährten Prinzip “zwei Minuten Redezeit für jeden” möglichst vielen Interessenten die Möglichkeit der Teilnahme an einer Diskussion über die Zukunft der Alternative für Deutschland zu beteiligen. Rund 100 Mitglieder, Ex-Mitglieder, Förderer und Interessenten nahmen daran teil. Mitorganisator Landesvorstand NRW berichtet ausführlich auf seiner Webseite, hier die wichtigsten Fakten.

  • Gibt es den “massenhaften Austritt”? Die AfD NRW hat nach dem Bundesparteitag in Essen am 4./5.7.15 weniger als zehn Prozent ihrer Mitglieder verloren [Anm. AfD Düren: Also etwa 400 Mitglieder laut Prä-Essen-Statistik]. Demgegenüber stehen über 200 Anträge auf Neumitgliedschaft. Diese werden allerdings noch intensiver als bisher geprüft werden, um gerade in kleinen Kreisverbänden jegliche Infiltrierung durch potentielle politische Problemfälle auszuschließen [Anm. AfD Düren: Die am 13.1.1980 gegründete Partei „Die Grünen“ verlor bereits ein Jahr später etwa ein Drittel ihrer Mitglieder, ein Großteil davon folgte dem Parteiaustritt von Herbert Gruhl, eines der Grünen-Gründerväter, am 18.1.1981. Die “Rest-Grünen” zogen 1983 mit 5,6% erstmals in den Deutschen Bundestag, und die von Gruhl begründete (und 1990 verlassene) ÖDP existiert in einigen Nischen auch noch].
  • Sind Ex-Mitglieder von “Weckruf” oder ALFA “politische Problemfälle” (und damit als AfD-Mitglieder unerwünscht)? Laut Marcus Pretzell, NRW-Landessprecher, prinzipiell nein. Es sei verständlich, dass gerade weniger aktive AfDler die Partei vor allem mit ihrem prominentesten Mitbegründer identifizierten, und nach dem Austritt Bernd Luckes fürchteten, ihre politische Heimat zu verlieren. Bernd Luckes Position war aber stets nur eine unter anderen und – wie in jeder demokratischen Partei mit breitem Meinungsspektrum – ebenso legitimen. Die Mehrheit der Mitglieder hat in Essen eine klare Entscheidung getroffen. Da aber die AfD besonderen Wert darauf legt, Basisdemokratie nicht als Unterdrückung der Minderheiten zu verstehen, sind alle Mitglieder zur aktiven und engagierte politischen Weiterentwicklung der Partei aufgefordert – Möglichkeiten dazu gibt es genügend.
  • Gab es einen “Brain Drain”, sind Kreis- und Bezirksverbände oder Landesfachausschüsse noch funktionsfähig?  Lediglich sieben der 54 NRW-Kreisverbände stehen durch Austritte (nicht in jedem Fall durch politischen Richtungsstreit) derzeit vor größeren Herausforderungen, welche aber lösbar erscheinen. Die fünf Bezirksverbände sind komplett arbeitsfähig, ebenso wie die elf Landesfachausschüsse (LFA). Zwar gab es auch hier Austritte, aber auch Neuinteressenten an einer aktiven Mitwirkung. Ohnehin gibt es Pläne zur Neuformierung, auch als Reaktion auf Kritik am Engagement und Output der bisherigen LFA.
  • Und sonst? Der Landesvorstand wurde zu mehr politischen Vorgaben und eindeutigen Schwerpunktsetzungen aufgefordert. Gewünscht wurden mehr Präsenz in den Medien und in der Öffentlichkeit sowie aufmerksamkeitsstarke Aktionen. Insbesondere bei emotional besetzten und kontroversen Themen wie Zuwanderung und Islampolitik warb das Team um Landessprecher Marcus Pretzell jedoch für einen abwägenden und breiten Meinungsbildungsprozess. Beispielhaft dafür ist laut Pretzell das vom Kreisvorstand Rhein-Sieg entwickelte Konzept für einen öffentlichen Diskurs der Asylsituation, auf dessen Basis im Spätsommer eine Veranstaltung geplant ist. Im August soll außerdem ein weiterer “Quo Vadis”-Termin im nördlichen NRW stattfinden.

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