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Ergebnisse Bürgermeister-Stichwahlen im Kreis Düren, 27.9.15

Am Sonntag, 27. September 2015, wurden die Landrats- und Bürgermeisterwahlen im Kreis Düren mit den Bürgermeister-Stichwahlen in Jülich, Linnich, Inden und Nideggen endgültig abgeschlossen. Welches Fazit lässt sich ziehen?

  • Dort, wo die Alternative zur CDU ausschließlich in Kandidaten anderer Parteien bestand, gewannen die Kandidaten der CDU bereits in der ersten Wahlrunde am 13. September 2015. Die CDU verteidigte so erfolgreich das Amt des Landrats, sowie die Bürgermeister-Ämter von Düren, Hürtgenwald, Langerwehe, Merzenich und, ohne Gegenkandidat, Nörvenich (in Merzenich und Nörvenich wechselte die Person). Ebenfalls in der ersten Runde gewann der CDU-Kandidat in Vettweiß: hier trat der unabhängige Amtsinhaber nicht wieder an und es gab neben dem CDU-Kandidaten nur Kandidaten von SPD (unterstützt durch Grüne und Bürgerinitiative Vettweiß) und FDP.
  • Anders sah es in den vier Kommunen aus, in welchen auch Einzelbewerber antraten. Hier kam es überall zu Stichwahlen, welche in drei dieser Kommunen von einem Einzelbewerber gewonnen wurden. In Inden verlor die CDU damit das Bürgermeisteramt (der mit dem bisherigen Amtsinhaber nicht identische Kandidat der CDU verfehlte sogar den Einzug in die Stichwahl). In Jülich trat der bisherige parteilose Bürgermeister nicht erneut zur Wahl an. Der gemeinsame (der SPD angehörende) Kandidat der Jülicher CDU-SPD-Koalition scheiterte in der Stichwahl. In Nideggen schließlich kam es zur Abwahl der parteilosen Amtsinhaberin: diese verfehlte die Stichwahl, in welcher der CDU-Kandidat keine Chance gegen einen Einzelbewerber hatte.
  • In Linnich schließlich siegte die junge dynamische SPD-Herausforderin in der Stichwahl souverän über den in die Jahre gekommenen CDU-Amtsinhaber (während ein Einzelbewerber und ein Kandidat einer Wählergemeinschaft den Einzug in die Stichwahl knapp verfehlten). Eine Abwahl eines amtierenden Bürgermeisters gab es damit in Linnich und Nideggen. Neben Linnich konnte die SPD nur in Inden an der CDU vorbeiziehen: Der Amtsinhaber (CDU) trat nicht erneut an, der Kandidat der SPD zog vor dem der CDU in die Stichwahl, konnte dort durchaus noch einmal zulegen aber verlor doch knapp gegen einen Einzelbewerber.
  • Alle anderen bundesweiten Parteien blieben, sofern sie überhaupt einen Kandidaten stellten (2 x FDP, je 1 x AfD, Grüne, Piraten), bereits in der ersten Runde bedeutungslos. Am besten schnitt noch Bernd Essler (AfD, Düren, 6,0%) ab. Besser erging es den Kandidaten unabhängiger Wählergemeinschaften in Jülich (25,9 %) und Linnich (15,1%), aber auch diese verfehlten die Stichwahl.

Offenbar setzen die Wähler gern auf parteiunabhängige Alternativen, wenn es welche gibt. Wenn nicht, lassen sie es jedoch eher beim Alten: einen Lagerwechsel des Bürgermeisteramts gab es lediglich in Linnich, und auch hier spielten wohl eher die Persönlichkeiten eine Rolle. Die Alternative für Deutschland konnte kaum von einer Anti-Parteipolitik-Stimmung profitieren (sie ist eben auch nur eine Partei): Die 6,0% für den Dürener AfD-Kandidaten Bernd Essler am 13. September 2015 entsprachen ungefähr den Prozentzahlen, welche die AfD bei den Kommunal- und Europawahlen am 25. Mai 2014 in Düren erzielte, zusätzliche Wähler wurden offenbar nicht gewonnen.

Die Stichwahlen im Einzelnen:

  • Jülich: Einzelbewerber Axel Fuchs siegte mit 63,0% (28,2 % in der ersten Runde) gegen Frank Peter Ullrich (SPD-Mitglied, gemeinsamer Kandidat der regierenden CDU-SPD-Koalition), welcher nach der ersten Runde mit 33,9 % vorn lag, sich aber nur auf 37,0% steigern konnte. Der bisherige Amtsinhaber Heinrich Stommel (parteilos) trat nicht erneut an. Axel Fuchs ist ausgerechnet der Bruder des Jülicher CDU-Chefs Elmar Fuchs, er trat jedoch bereits zu den Stadtratswahlen am 25. Mai 2014 als unabhängiger Kandidat an und scheiterte nur knapp.
  • Linnich: Marion Schunck-Zenker (SPD) dominierte bereits die erste Runde mit 40,8% und siegte in der Stichwahl mit 79,1% über Amtsinhaber Wolfgang Wittkopp (CDU), welcher mit 20,9% sein Ergebnis der ersten Runde (20,2%) praktisch wiederholte. Marion Schunck-Zenker hatte also offenbar die Sympathien der Wähler der übrigen Kandidaten der ersten Runde, besonders von Walter Korbel (Einzelbewerber, 18,1%) und Mark Dremel (UWG PKL, 15,1%).
  • Inden: Jörn Langefeld (Einzelbewerber, 53,0%) gewann knapp gegen Roul Combach (SPD, 47,0%). Beide konnten ihren Stimmanteil gegenüber der ersten Runde (37,3% bzw. 26,5%) deutlich steigern. Der Amtsinhaber Ulrich Schuster (CDU) trat nicht wieder an, der CDU-Kandidat Reinhard Marx verfehlte mit 25,1% knapp die Stichwahl.
  • Nideggen: Einzelbewerber Marco Schmunkamp dominierte bereits die erste Runde mit 43,3% und siegte in der Stichwahl souverän mit 75,9%. Peter Hüvelmann (CDU) fiel mit 24,1% in der Stichwahl sogar leicht hinter sein Ergebnis der ersten Runde (27,0%) zurück. Die bisherige Amtsinhaberin Margit Göckemeyer (ebenfalls Einzelbewerberin) verfehlte mit 18,2% deutlich die Stichwahl.

Bereits in der ersten Runde am 13. September 2015 entschieden wurden, in allen Fällen zugunsten der CDU-Kandidaten, die Landratswahlen (CDU-Amtsverteidiger siegte gegen SPD-Herausforderer) sowie die Bürgermeisterwahlen in Nörvenich (nur ein CDU-Kandidat, aber personeller Wechsel), Düren (CDU-Amtsinhaber gegen Kandidaten von SPD und AfD), Hürtgenwald, Langerwehe und Merzenich (Kandidaten von CDU und SPD. In Hürtgenwald und Langerwehe gewann der Amtsinhaber, in Merzenich erfolgte ein personeller Wechsel) und Vettweiß (Kandidaten von CDU, SPD und FDP. Der bisherige unabhängige Amtsinhaber trat nicht wieder an).

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