AntisemitismusDie LinkeFlüchtlingeKreis DürenKreis EuskirchenMarcus PretzellMedienpolitik

Der WDR sucht den Super-AfD-Brandstifter

Am Sonntag, dem 8. November 2015, begab sich die WDR-Fernsehsendung WESTPOL auf die Suche nach den “Geistigen Brandstiftern der AfD”. Und das Paradebeispiel fanden Sie in unserem Nachbarkreis Euskirchen: Hier wurde nach Ende einer AfD-Veranstaltung demnach von einem Besucher unwidersprochen folgender Vorschlag zur Lösung der Flüchtlingskrise gebracht: “Man müsse sich nur an den zweiten Weltkrieg erinnern – was wir da mit den Juden gemacht hätten. Da habe es ja auch Möglichkeiten gegeben”.

Was ist dran an dem Vorwurf? Verwiesen sei auf

  • eine erste Stellungnahme von Lothar Bleeker, Sprecher des AfD-Kreisverbands Euskirchen, vom 8. November 2015,
  • eine Pressemitteilung des Landesverbands NRW als PDF, 236KB vom 11. November 2015.
  • den Bericht einer (nicht der AfD angehörenden) Besucherin der Veranstaltung in Euskirchen (12. November 2015),
  • eine Stellungnahme des WDR vom 12. November 2015,
  • eine weitere Pressemitteilung des Landesverbands NRW als PDF, 204KB vom 13. November 2015.

Demnach war auf der öffentlichen Veranstaltung ein junger Mann zu Besuch, den niemand zuvor bei einer Veranstaltung des Kreisverbands gesehen hatte und der wohl kein AfD-Mitglied ist (ok, das hat der WDR nicht behauptet. Aber warum bringen sie das Beispiel dann?). Und nach Abschluss der Veranstaltung, und wohl nur mit dem Mann mit der versteckten Kamera und einem namentlich bekannten Mitglied der Linken als Zeuge, hat er dann angeblich irgendetwas gesagt. Oder vielleicht (wenn überhaupt) eher genuschelt, denn der WDR konnte ja nicht mal einen Audiobeweis vorliegen (sondern zitierte stattdessen aus einem “Gedächtnisprotokoll”. Anm.: laut Stellungnahme des WDR ist das Senden von versteckt aufgenommenen O-Tönen aus rechtlichen Gründen nicht zulässig). Bilden Sie sich bitte selbst ein Urteil, ob dieses Vorkommnis tatsächlich als Paradebeispiel für geistiges Brandstiftertum der AfD oder eher (im besten Fall) für mangelnde journalistische  Sorgfalt des WDR  gelten kann. Und ob es in dem Zusammenhang angemessen ist, auf die AfD-Volksinitiative “Genug abGEZockt – Rundfunkbeitrag abschaffen” zu verweisen. Derweil schließen wir uns einer an jenem Abend in Euskirchen in aller Öffentlichkeit getätigten Bemerkung des Euskirchener Kreisverbands-Sprechers Lothar Bleeker zum Thema Ausländer an: Personen mit ausländerfeindlichen Neigungen mögen davon absehen, einen Antrag auf Mitgliedschaft in der AfD zu stellen, denn dieser würde abgelehnt werden. Und auch dieses Statement der stellvertretenden NRW-Sprecherin Renate Zillessen gilt für uns: Hätte tatsächlich ein AfD-Mitglied die im „Westpol-Gedächtnisprotokoll“ geäußerten Ansichten vertreten, müssten wir – getreu unserem Motto „Mut zur Wahrheit“ – der Redaktion für diesen Hinweis dankbar sein. Und würden die entsprechenden partei- und strafrechtlichen Konsequenzen ziehen.

PS: Ebenfalls auf der Webseite der Euskirchener Kollegen: Ein Statement zur (im zitierten WDR-Beitrag ebenfalls ausgeschlachteten) etwas unsensiblen Äußerung von Marcus Pretzell, einem der beiden Landessprecher der AfD NRW, zum Thema Schusswaffengebrauch an der Grenze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.