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Bernd Essler: Italiens Bankencrash konkretisiert sich

13557882_977937832305482_8933510788830512079_nWährend alles fasziniert auf den BREXIT schaut, konkretisiert sich in Italien bereits die nächste Finanzkatastrophe in der EU. Das Volumen an notleidenden Krediten der italienischen Geschäftsbanken wird auf insgesamt 360 Mrd. € geschätzt. Das sind 20% des gesamten Kreditvolumens. Offiziell sind es sogar nur 200 Mrd. €. Wertberechtigt wurden bisher nur 120 Mrd. € dieser Summe, sonst wären die italienischen Banken schon geschlossen worden.

Ob aber selbst die Summe von 360 Mrd. € reicht, weiß niemand. Die Erfahrung lehrt, dass diese Summe erheblich größer werden kann, denn bei der Struktur der italienischen Wirtschaft nimmt sich der Prozentsatz von 20% eher bescheiden aus. Der Erfahrung nach sind mindestens 50% des Volumens (180 Mrd. €) ausfallgefährdet, eher deutlich mehr. Alle bisherigen Rettungsversuche der italienischen Regierung sind bisher schon im Ansatz gescheitert. Die von der italienischen Regierung in Aussicht gestellten 40 Mrd. € würden wirkungslos verpuffen. Außerdem können sie nur durch neue zusätzliche Verschuldung beschafft werden. Damit würde die Verschuldung, die nominelle höchste der EU, auf ca. 2.300 Mrd. € anwachsen, mehr als 140 % des BIP (Bruttoinlandsprodukt).

Die italienische Regierung erweist sich wieder einmal als unfähig, den über Jahrzehnte geschaffenen Saustall zu reformieren. Die EU soll nun helfen, damit alles so weitergeht wie bisher.

Der Kapitalbedarf der italienischen Banken zeigt auch die Sinnlosigkeit des europäischen Bankenrettungsfonds. Mit einer Kapitalausstattung von ca. 55 Mrd. € kann man noch einmal eine hausgemachte nationale Bankenkrise lösen, geschweige denn eine weltweite Finanzkrise durchstehen. So werden zukünftig zu Lasten der deutschen Bankkunden kostspielige Phantome unterhalten, die zwar keine Problemlösung bieten können, aber unsere Bürger viel Geld kosten.

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