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Die Sanierung der Dürener Abwasserleitungen – ein Jahrhundertprojekt

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Der Untergrund einer Stadt entzieht sich meist der öffentlichen Wahrnehmung, jedenfalls solange nichts passiert. Plötzlich entstand jedoch in der Fahrbahn beim Lendersdorfer Krankenhaus ein Loch, in dem beinahe ein PKW einbrach. In den Tagen danach wurde allmählich klar, was geschehen war. Die Leitung des 14 km langen Abwasserhauptsammlers, der von Kreuzau nach Düren zur Kläranlage führt, war eingebrochen. Die Bahnlinie musste ebenso gesperrt werden wie die Durchgangstrasse am Krankenhaus. Das war aber nicht alles. Man stellte im Streckenverlauf weitere gravierende Schäden fest. Die Schäden waren durch unpassendes Material und die Einleitung aggressiver Industrieabwässer entstanden. Und es stellte sich heraus, dass der mangelhafte Zustand des Hauptsammlers den Verantwortlichen sehr wohl bekannt war, aber unternommen hatte man bis zu diesem Ereignis trotzdem nichts.

Mittlerweile sind wenigstens die Kosten einschätzbar, ca. 10 Mio. € für das Provisorium bis zur Inbetriebnahme eines neu zu bauenden Hauptsammlers, der ca. 100 Mio. € kosten soll. Die Bauzeit soll ca. fünf Jahre betragen. Wer trägt die Kosten? Natürlich alle Einwohner von Kreuzau und Düren. Die Gebühren werden in der Nachkalkulation explodieren. Das ist aber noch lange nicht alles. Das städtische Abwassersystem ist 544 km lang, nur ca. 55 km sind bisher untersucht worden und man hat festgestellt, dass davon ca. 18 km sofort sanierungsbedürftig sind. Die Kosten sind unbekannt, weil die Kostenbandbreite so groß ist, dass jede Kostenschätzung unseriös ist. Als erste Maßnahme wird demnächst die Kölner Landstraße gesperrt und auf ihrer gesamten Länge aufgegraben. Zu mehr reicht die dünne Personaldecke im Rathaus nicht. Man kann nur hoffen, dass nicht zwischendurch weitere Havarien auftreten.

Übrigens: je länger man mit der Sanierung wartet, umso teurer wird sie. Alle 10 Jahre verdoppelt sich der Aufwand, mindestens.

Bernd Essler
Fraktionsvorsitzender Stadtrat Düren

(4. März 2019)